Selden – Kandersteg
Die letzte Etappe dieser Weitwanderferien. Wir erwachen relativ früh. Es ist noch ruhig draussen. Wir packen unseren Plunder, steigen ein vorläufig letztes Mal in die schweren Bergschuhe, füllen die Wassersäcke, schnüren die Rucksäcke zu. Dann gehen wir frühstücken. Gestärkt mit etwas Brot, Käse, Tee und Müesli machen wir uns auf den Weg. Die ersten paar Hundert Meter bleiben wir auf dem Fahrweg, danach zweigt der Wanderweg links in den Wald ab. Es geht bergab, bis wir wieder auf der Höhe der Kander sind.
Wir überqueren den Fluss und gehen jetzt wieder auf einem kleinen Fahrweg. Im Auenwald weiden Kühe. Es ist still, und doch kommen uns bereits einzelne Wanderer entgegen. Zügig schreiten wir aus – das Gelände ist einfach und flach. Wir queren die Kander mehrfach. Eine wunderschöne, unverbaute Flusslandschaft. Das milchige Gletscherwasser sucht sich den Weg durch die Auen; Birken, Erlen, Ahorn säumen den Weg. Dass der Fluss wohl auch ziemlich wild tun kann, lassen die Spuren in den Auen vermuten. Die Kander braucht Platz – und sie würde sich ihn holen. Umso besser, dass sie ihn sowieso bekommt. Richtig schön hier!
Im Waldhus trinken wir einen Milchkaffee. Kurz verschnaufen, danach geht’s weiter. Es sind nun doch schon viele Leute unterwegs. Kein Wunder, ein wunderschöner Sonnentag lockt die Menschen zu ihren Ausflugszielen im Gasterntal. Wir gehen – wie gestern schon – in die Gegenrichtung. Kurz nach dem Waldhus beginnt die Chluse. Eine enge Klus, durch die der Fluss sich mit beeindruckender Kraft drängt. Das Wasser ist nun fast klar. Es tost über mächtige Felsbrocken hinab. Und wenn wir die Blicke vom Wasser lösen und uns die Strasse ins Gasterntal anschauen, ist auch diese recht abenteuerlich. An gewissen Stellen ist sie so schmal, dass der Kleinbus, der den öV aufrecht erhält, nicht mal mit Velofahrern oder Fussgängern kreuzen kann! Der Weg durch die Chluse ist nicht gefährlich, aber er ist steinig und steil und geht ganz schön in die Knie.
Bei Eggeschwand kommt gerade die Gondel vom Sunnbüel an. Wir umrunden die Talstation und gehen ein kurzes Stück der Teerstrasse entlang. Später zweigt der Wanderweg ab und führt auf der linken Kanderseite weiter. Hier fliesst der Fluss gemächlicher, aber auch jetzt weiss die Uferlandschaft zu gefallen. Wir staunen kurz über die winzige Gondel, die auf die Allmenalp führt. Kurz vor 12 Uhr sind wir bereits beim Bahnhof Kandersteg. Hier in Kandersteg soll auch das Ruedihus sein, einer der schönsten Landgasthöfe der Schweiz, haben wir gelesen. Schade bloss, dass auf der Website des Ruedihus keine Strasse steht. Google Maps behauptet, das Ruedihus befinde sich an der Bahnhofstrasse. Ein Augenschein zeigt aber schnell, dass das hinten und vorne nicht stimmen kann. Wir irren ein wenig in Kandersteg umher, ohne fündig zu werden. Erst zuhause finden wir heraus, wo das Ruedihus wirklich ist. Wir hätten nach der Talstation der Sunnbüel-Gondel der Teerstrasse folgen müssen. Umkehren mögen wir jetzt auch nicht mehr. Schade!
Die heutige Etappe eignet sich als schöner Sonntagsspaziergang. Wer nicht grad so zügig durch die Gegend marschieren mag wie wir, ist vielleicht gut 3 Stunden unterwegs. Dazu sollte man aber unbedingt Zeit einplanen, um die Flusslandschaft zu geniessen, in den Auen zu picknicken oder einfach am Ufer eine Pause einzulegen.
Essen – Schlafen – Downloads
Zmittag: Kiosk bzw. Brezelstand
Znacht: zuhause
Übernachtung: zuhause

